Reprise Oktober 2013

„Gaidos um 3“ am 18. Oktober 2013
mit Gerti Straka-Wasservogel als musikalischem Gast

Mit Gerti Straka-Wasservogel hat Walter Gaidos diesmal ein echtes Wiener Original zu Gast gehabt. Leider erwarten sich die Gäste von „Gaidos um 3“ immer ausgebildete SängerInnen, diesmal kam eine Sängerin, die selbst zugibt, dass sie nicht singen kann. Dem ist aber nicht so, denn sie schreibt in ihrem Buch „G‘reimte Gedanken und G’sungne Geschichten“ folgendes: „Das Spielen is mei Leben, und des Dudln daneben, dulie, dulio, …, i bin net modern, das ist nicht ideal, dafür bin i an echts, altes Weana Original“. Ein Gast bei „Gaidos um 3“ hat das sofort erkannt und war schwer begeistert und sagte folgendes:

Gerti Straka´s Interpretationen folgen nicht - um ein neudeutsches Wort zu gebrauchen - dem „Mainstream“ also der Hauptrichtung des oft schon kommerziellen Wienerlieds. Die meisten der von ihr dargebotenen Stücke wurden nicht für Filme komponiert oder stammen aus mehr oder weniger bekannten Operetten.

Das Wienerlied hat sich ja genau genommen erst aus der ursprünglich handschriftlichen Überlieferung und mit dem Aufkommen des Notendrucks nach 1800 entwickelt. Nur dadurch sind uns auch heute noch einige Autoren namentlich bekannt. Es entwickelte sich parallel zur Tradition der Bänkelsänger, Leierkastenmänner und der Harfenisten, die ihre Interpretationen meistens auf der Straße und in den Höfen der Häuser unter die Leut´ brachten.
Das Wiener Volksliedwerk nennt als erste Quellen für das Wienerlied die sogenannten „Strassenlieder“, die maßgeblich den Ursprung des Wiener Liedguts bilden. An deren Stil haben mich einige Interpretationen Gerti Straka´s erinnert.
In Liedern ausdrücken, was einen persönlich bewegt und was wichtig genug erscheint, auch andern mitgeteilt zu werden. Dabei darf trotz aller in Text und Melodie oft vorherrschenden Tiefsinnigkeit auch Humor in Form des „Wiener Schmähs“ nicht zu kurz kommen.
Zum Glück ist Gerti Straka nicht als einzige „A Wiener Original“.
Zwar lebt die „neue“ Wienerliedszene in einigem Abstand zu dem, was bei „Gaidos um 3“ allmonatlich geboten wird, doch hat auch sie ihr ziemlich großes Publikum. Uns ab und zu sollte man ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausschauen.

So weit der Gastkommentar.

Diesmal begleitete wieder Prof. Fritz Brucker unsere Künstler am Klavier und Walter erfreute seine Gäste mit Wienerlied und er begann mit seinem Potpourri aus der CD Meine Lieder 2 „Wien und der Wein“. Walter gestand uns, „Ich trink den Wein nicht gern allein“, mit der „Reblaus“ und „A Glaserl mit an Hengl“ kam man schon ganz schön ins Wanken. Die Dichtergilde brachte uns einiges von Wein, Weib und Gesang und die Gäste konnten nur mehr singen: „I maschier mit mein Duliduliö“, und so gingen sie wieder nach einem wunderschönen Nachmittag von „Gaidos um 3“ nach Hause.
Am 15. November kommt wieder Michael Perfler zu uns, der uns mit Wienerliedern und sicherlich mit Frank Sinatra verwöhnen wird.

Bericht und Fotos
Sissi Gaidos
www.gaidosumdrei.at